Beitragsreihe: Warum sich Montessori Pädagogik wunderbar in der TGI (Tiergestützten Intervention) eignet… Teil 2

Beitragsreihe: Warum sich Montessori Pädagogik wunderbar in der TGI (Tiergestützten Intervention) eignet… Teil 2

Es kursiert aktuell ein Beitrag einer bekannten Reitpädagogin, in dem belegt werden soll, dass sich die Montessori Pädagogik nicht für den Einsatz im tiergestützten Bereich (speziell der Reitpädagogik) eignet. Hierbei wird die These aufgestellt, dass Pferde für die, in der Montessori Pädagogik bekannte, „Fehlerkontrolle“ herhalten müssen.

Hier ein kleiner Exkurs zum Thema Fehlerkontrolle. Die Montessori Pädagogik stützt sich auf drei Säulen: den Raum, das Material und die Pädagog*innen. Ganz kurz erklärt:

➡️Der Raum ist strukturiert auf die Klient*innen und deren Bedürfnisse ausgerichtet.

➡️Das Material wird selbstständig und zur Fehlerkontrolle genutzt. Ziel ist es hier, auszuprobieren und aus den eigenen Fehlern zu lernen.

➡️Die Pädagog*innen beobachten, strukturieren und begleiten die Prozesse.

Wo ordnen wir das Pferd ein?

❌Nicht als Raum. Ich glaube, hier ist keine Erklärung notwendig.

❌Nicht beim Material zur Fehlerkontrolle! Es werden keine Experimente an den Pferden durchgeführt. Kein: ich schnalle die Trense zu eng, das Pferd bekommt keine Luft, ich lerne aus dem Fehler. Und kein: ich trete das Pferd, es bockt, ich falle herunter, ich lerne aus meinem Fehler.

✅Wir ordnen das Pferd in unserer Säule der Pädagog*innen ein. Es muss (von uns) auf seine Aufgabe vorbereitet sein. Es begleitet die Einheit und darf auf Aktionen und Kommunikation reagieren.

So viel zum Thema Einordnung des Pferdes. Was genau bewirkt das Material und die Fehlerkontrolle?

Ziel ist, dass wir uns als Pädagog*innen zurückhalten können mit Bewertungen wie: das ist richtig oder falsch. Die Klient*innen können dies selbst erkennen. Die einfachste Form sind hier Vergleichsspiele, wie zB. Memory oder Aufgaben mit Farben. Ist es das gleiche Bild? Ist es die gleiche Farbe? Diese Aufgaben werden begleitend mit dem Pferd durchgeführt, aber niemals mit dem Pferd als Material selbst. Die Fehlerkontrolle am Material fördert die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Klient*innen.

„Jede unnötige Hilfe ist ein Hindernis für die Entwicklung.“¹

Wir hoffen der kleine Einblick in unsere Arbeitsweise hat euch gefallen. Bald geht es weiter mit Teil 3

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¹Montessori, M. (2010). Kinder sind anders. Freiburg: Herder. (Originalarbeit veröffentlicht 1936)

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