Schafevent

Schafwanderung in der Natur – Yoga mit Schafen – vegane Snacks und Getränke – Klangmeditation

Ein Vormittag als Auszeit für dich im Einklang mit der Natur. 🌳

Wir von pferdenatur_ freuen uns riesig über die Kooperation mit Miriam Thiel-Alberts von @yinyogaprignitz und möchten euch dazu einladen den Vormittag mit unserer Schafherde in Rühstädt zu verbringen. Dieses Event ist ein Raum für Ruhe, Achtsamkeit und Entspannung.

Wann: 10.00 Uhr – 13.00 Uhr

Kosten: 50€ inkl. Getränke und vegane Snacks

Wo: PferdeNatur Hof, 19322 Rühstädt

Anmeldungen unter pferdenatur@gmx.net oder über unser Kontaktformular

www.yinyogaprignitz.de

Beitragsreihe: Warum sich Montessori Pädagogik wunderbar in der TGI (Tiergestützten Intervention) eignet… Teil 2

Beitragsreihe: Warum sich Montessori Pädagogik wunderbar in der TGI (Tiergestützten Intervention) eignet… Teil 2

Es kursiert aktuell ein Beitrag einer bekannten Reitpädagogin, in dem belegt werden soll, dass sich die Montessori Pädagogik nicht für den Einsatz im tiergestützten Bereich (speziell der Reitpädagogik) eignet. Hierbei wird die These aufgestellt, dass Pferde für die, in der Montessori Pädagogik bekannte, „Fehlerkontrolle“ herhalten müssen.

Hier ein kleiner Exkurs zum Thema Fehlerkontrolle. Die Montessori Pädagogik stützt sich auf drei Säulen: den Raum, das Material und die Pädagog*innen. Ganz kurz erklärt:

➡️Der Raum ist strukturiert auf die Klient*innen und deren Bedürfnisse ausgerichtet.

➡️Das Material wird selbstständig und zur Fehlerkontrolle genutzt. Ziel ist es hier, auszuprobieren und aus den eigenen Fehlern zu lernen.

➡️Die Pädagog*innen beobachten, strukturieren und begleiten die Prozesse.

Wo ordnen wir das Pferd ein?

❌Nicht als Raum. Ich glaube, hier ist keine Erklärung notwendig.

❌Nicht beim Material zur Fehlerkontrolle! Es werden keine Experimente an den Pferden durchgeführt. Kein: ich schnalle die Trense zu eng, das Pferd bekommt keine Luft, ich lerne aus dem Fehler. Und kein: ich trete das Pferd, es bockt, ich falle herunter, ich lerne aus meinem Fehler.

✅Wir ordnen das Pferd in unserer Säule der Pädagog*innen ein. Es muss (von uns) auf seine Aufgabe vorbereitet sein. Es begleitet die Einheit und darf auf Aktionen und Kommunikation reagieren.

So viel zum Thema Einordnung des Pferdes. Was genau bewirkt das Material und die Fehlerkontrolle?

Ziel ist, dass wir uns als Pädagog*innen zurückhalten können mit Bewertungen wie: das ist richtig oder falsch. Die Klient*innen können dies selbst erkennen. Die einfachste Form sind hier Vergleichsspiele, wie zB. Memory oder Aufgaben mit Farben. Ist es das gleiche Bild? Ist es die gleiche Farbe? Diese Aufgaben werden begleitend mit dem Pferd durchgeführt, aber niemals mit dem Pferd als Material selbst. Die Fehlerkontrolle am Material fördert die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Klient*innen.

„Jede unnötige Hilfe ist ein Hindernis für die Entwicklung.“¹

Wir hoffen der kleine Einblick in unsere Arbeitsweise hat euch gefallen. Bald geht es weiter mit Teil 3

🐴 Ihr möchtet wissen, wie ihr das konkret in euren Einheiten umsetzen könnt? Wir bieten Online Seminare für TGI und Reittherapie & Reitpädagogik an.

www.pferdenatur.net/kurse

¹Montessori, M. (2010). Kinder sind anders. Freiburg: Herder. (Originalarbeit veröffentlicht 1936)

Beitragsreihe: Warum sich Montessori Pädagogik wunderbar in der TGI (Tiergestützten Intervention) eignet… Teil 1

Beitragsreihe: Warum sich Montessori Pädagogik wunderbar in der TGI (Tiergestützten Intervention) eignet… Teil 1

Es kursiert aktuell ein Beitrag einer Reitpädagogin, in dem belegt werden soll, dass sich die Montessori Pädagogik nicht gut für den Einsatz im tiergestützten Bereich (speziell der Reitpädagogik) eignet. Wir möchten wir euch anhand unserer langjährigen Praxiserfahrung und Ausbildungen im Montessori Bereich das Gegenteil aufzeigen.

„Das Kind besitzt einen inneren Bauplan seiner Entwicklung.“¹

Zwei Beispiele für euch.

➡️Ein 4-jähriges Mädchen kann mir aufzählen, wie das Putzzeug heißt, wo der Unterschied zwischen Blesse und Stern ist und schafft es 15 Minuten am Stück konzentriert die Zügel festzuhalten.

➡️Ein 13-jähriger Junge, Überflieger in der Schule und im Sport, kann nach 4 Jahren weder die Zügel „richtig“ halten, noch das Putzzeug benennen, obwohl er jede Woche zu uns kommt.

Ist ein Ergebnis besser oder schlechter? Nein, es ist einfach nur anders. Weil der Fokus anders gelegt ist. Ein Kind sucht die Herausforderung für sich selbst, das andere sucht Entspannung, weil die Herausforderung in einem anderen Lebensbereich genug gegeben ist.

Wir haben bei uns auf dem Hof keinen Lernzwang. Jede/r darf bei uns so viel und in dem Bereich lernen, wie er/sie möchte. Jede/r bestimmt den inneren Bauplan seiner Entwicklung.

➡️Was bedeutet das für uns als Pädagog*innen?

Wir geben ein Maß an Struktur vor. Wir beobachten und stellen Fragen. Wir bieten verschiedene Möglichkeiten an. Auch nach Jahren fragen wir jede Stunde erneut: Möchtest du die Zügel selbst nehmen oder geführt werden? Möchtest du im Schritt gehen oder mal einen Trab versuchen? Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem er sich umentscheidet. Vielleicht kommt der Punkt nie. Und beides ist genau richtig so!

„Beobachtet man die Kinder in Freiheit, so zeigt sich, dass sie jene Tätigkeiten wählen, die ihrer Entwicklung dienen.“²

Wir als Pädagog*innen sind nicht in der Position zu entscheiden, wann die Entwicklung in einer Tätigkeit abgeschlossen ist. Wir sind nur die Begleiter. Ein 6 jähriges Mädchen möchte 10 Wochen am Stück in ihrer Einheit das gleiche Spiel spielen. Wir bieten ihr jedes Mal die Wahl. Sie entscheidet sich immer gleich ➡️ ihre Entwicklung mit dem Material ist noch nicht abgeschlossen. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem das Material nicht mehr interessant ist. Wir versuchen die Kinder nicht künstlich zu beeinflussen.

Wir hoffen der kleine Einblick in unsere Arbeitsweise hat euch gefallen. Bald geht es weiter mit Teil 2.

🐴 Ihr möchtet wissen, wie ihr das konkret in euren Einheiten umsetzen könnt? Wir bieten Online Seminare für TGI allgemein und Reittherapie & Reitpädagogik an: www.pferdenatur.net/kurse

¹ Montessori, Maria (1987): Das absorbierende Kind. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag.

² Montessori, Maria (1985): Das Geheimnis der Kindheit. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag.